Förderprogramm Wohnungsbau

Informationen zum Förderprogramm Wohnungsbau BW 2017

Am 03.04.2017 trat die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau zum Förderprogramm „ Wohnungsbau BW 2017“ (VwV-Wohnungsbau BW 2017) in Kraft. Die erfolgreiche Landeswohnraumförderung 2015/2016 und die Verzahnung mit bestehenden Angeboten der KfW werden mit dem Förderprogramm „Wohnungsbau BW 2017“ in den Grundzügen weitergeführt. Die für die Förderung bereitgestellten Mittel wurden deutlich aufgestockt.

Zusammenfassung der wesentlichen Anpassungen des Förderprogramms „Wohnungsbau BW 2017“:

Mietwohnraumförderung

Allgemeine soziale Mietwohnraumförderung

Schwerpunkt der Wohnungsbauförderung des Landes ist weiterhin die soziale Mietwohnraum-förderung zur Schaffung preiswerten und nachhaltigen Wohnraums. Hierbei schafft das Programm „Wohnungsbau BW 2017“ ein einheitliches landesweites Angebot der Mietwohnraumförderung für alle wohnberechtigten Haushalte einschließlich der von Geflüchteten mit Bleibeperspektive. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Primärenergiebedarf der neuen Immobilie die Anforderungen der aktuellen EnEV 2014 erfüllt.

Eine Neuerung im Rahmen der sozialen Mietwohnraumförderung ist die eingeführte Staffelung der wahlweise möglichen Mietabsenkungen im Verhältnis zur ortsüblichen Vergleichsmiete während der Dauer der Miet- und Belegungsbindung. Die Darlehen werden mit einem auf aktuell 0,00 % p. a. verbilligten Zinssatz für 10, 15, 25 und nunmehr auch 30 Jahre (MW 10-/ MW 15-/ MW 25- und MW 30-Darlehen) gewährt. Auf Wunsch kann das Darlehen künftig sowohl teilweise als auch vollständig in einen Zuschuss umgewandelt werden.

Durch die Förderung von bis 80 % der bis zu 3.000 EUR je qm Wohnfläche berücksichtigungsfähigen Gesamtkosten und des sich daraus ableitenden Darlehenshöchstbetrages von 2.400 EUR je qm Wohnfläche wird den hohen Kosten in einigen Regionen weiterhin Rechnung getragen. Die berücksichtigungsfähigen Gesamtkosten je qm Wohnfläche erhöhen sich beim Ersatzneubau für zusätzliche Abbruchkosten um bis zu 100 EUR je qm. Für höhere Energiestandards gibt es einen Tilgungszuschuss in Höhe von 2.500 EUR je Wohneinheit (Effizienzhaus 70) bzw. von bis zu 5.000 EUR je Wohneinheit (Effizienzhaus 55), für noch höhere Energiestandards (Effizienzhaus 40 bzw. 40+) sogar bis zu 10.000 bzw. 15.000 EUR je Wohneinheit. Zusätzlich gefördert wird auch die Herstellung der Barrierefreiheit des Mietwohnraums nach der maßgeblichen DIN.

Begründung von Miet- und Belegungsbindungen (Belegungsrechte)

Im Programm „Wohnungsbau BW 2017“ wird die Begründung von Miet- und Belegungsbindungen an bezugsfertigem Mietwohnraum (Belegungsrechte) für 10, 15, 25 und nunmehr auch 30 Jahren gefördert. Der über die L-Bank ausgereichte Zuschuss beträgt bei 10 Jahren Miet- und Belegungsbindung bis zu 335 EUR je qm Wohnfläche, bei 15 Jahren bis zu 457 EUR je qm Wohnfläche, bei 25 Jahren bis zu 640 EUR je qm Wohnfläche und bei 30 Jahren bis zu 711 EUR je qm Wohnfläche.

Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten bei der Wohnraumversorgung

Wie bisher wird landesweit auch der Bau oder Ersatzneubau sowie die Begründung von Belegungsrechten besonders gefördert, wenn die Investoren bereit sind, die Wohnungen nur an Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten bei der Wohnraumversorgung  zu vermieten. Über die L-Bank werden hierfür langfristige zinsverbilligte Darlehen oder Zuschüsse gewährt.

Modernisierungsförderung im Mietwohnungsbestand

Fortgeführt wird auch die Förderung der Modernisierung bereits bestehender Mietwohnungen durch energetische Sanierung und barrierereduzierende Maßnahmen. Die über die L-Bank zu beantragenden Förderdarlehen aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ oder „Altersgerecht Umbauen“ werden während der 10-jährigen Sollzinsbindung aktuell auf 0,00 % p. a. verbilligt. Die Förderung kommt für alle aktuell und in der Vergangenheit bereits landesseitig mit der Wohnraumförderung geförderte Immobilien in Betracht und ist mit keinen neuerlichen Bindungen verbunden.

Zulässige Eigenkapitalrendite

In Bezug auf die Einhaltung der zulässigen Eigenkapitalrendite für die Dauer des gesamten Betrauungszeitraums in der sozialen Mietwohnraumförderung, der Begründung von Miet- und Belegungsbindungen sowie in der Modernisierungsförderung im Mietwohnungsbestand wird weiterhin eine Eigenkapitalrendite von max. 4,00 % oder eine Kapitalrendite, die den relevanten Swap-Satz zuzüglich eines Aufschlags von 100 Basispunkten nicht übersteigt - Meistbegünstigung -, angesetzt (Artikel 5 DAWI-Beschluss 2012).

 

Förderung von Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG)

Wie bisher werden im Förderprogramm Wohnungsbau BW 2017 landesweit Investitionen von Wohnungseigentümergemeinschaften in die energetische Sanierung und den barrierereduzierenden Umbau ihres Wohnungsbestandes gefördert. Hierzu werden Darlehen aus den KfW-Programmen „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ oder „Altersgerecht Umbauen“ durch die L-Bank an die Wohnungseigentümergemeinschaft als Verbandsdarlehen mit einer 10-jährigen Zinsverbilligung auf aktuell 0,0 % p. a. ausgereicht.

Im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (V ZR 244/14, Urteil vom 25. September 2015) werden nur die Varianten mit 10 Jahren Gesamtlaufzeit bei anfänglich zwei tilgungsfreien Jahren und zehn Jahren Sollzinsbindung angeboten.

Nach dem neuen Programm wird dafür von einer Eigenleistung der Wohnungseigentümer-gemeinschaften abgesehen.

Zudem können sie einen zusätzlichen Zuschuss des Landes von 3 % erhalten. Dieser beträgt für energetische Sanierung zum Effizienzhaus max. 3.000 EUR je Wohneinheit. Ein Zuschuss von max. 1.500 EUR je Wohneinheit wird für die Herstellung der Barrierefreiheit nach DIN gewährt, außerdem für Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung für Vorhaben, für die ein gebäudeindividueller energetischer Sanierungsfahrplan i. S. der Sanierungsfahrplan-Verordnung der Landesregierung oder ein Energieberatungsbericht i. S. der Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden (Vor-Ort-Beratung) vorgelegt wird.

 

Förderung selbstgenutzten Wohnraums

Im Rahmen des Förderprogramms Wohnungsbau BW 2017 werden im Bereich der Förderung selbstgenutzten Wohnraums - wie bisher - der Bau oder Kauf neuen Wohnraums, der Erwerb von gebrauchten Immobilien sowie Änderungs- und Erweiterungsmaßnahmen an bestehenden Immobilien zur Schaffung neuen Wohnraums über die Basisförderung unterstützt. Für innovatives Bauen, für den Abbau von Barrieren oder für die energetische Sanierung von älteren Gebäuden gibt es eine Zusatzförderung.

Das neue Programm „Wohnungsbau BW 2017“ sieht eine Erhöhung der Einkommensgrenzen und damit eine deutliche Ausweitung der Zielgruppe vor. Durch den Wegfall der Differenzierung der Darlehenshöhen nach Gebietskategorien wird das Angebot deutlich vereinfacht.

Trotz der Senkung der Darlehenshöchstbeträge hat sich die Attraktivität des Angebots wesentlich erhöht:

Nach wie vor können bei einem Bestandserwerb erwerbsnahe Modernisierungsaufwendungen mit- gefördert werden.

Eine zusätzliche Förderung wird gewährt für

Für wachsende Familien gibt es in den ersten 6 Jahren für hinzukommende Kinder eine Ergänzungsförderung, soweit das zum Zeitpunkt der Beantragung dieser Ergänzungsförderung geltende Förderprogramm eine solche Förderung vorsieht.

Kinderlose Paare, bei denen beide Partner nicht älter als 45 Jahre sind, oder Familien, die die aktuellen Einkommensgrenzen nicht einhalten, können wie bisher ein Familienzuwachsdarlehen mit der Chance auf eine Ergänzungsförderung erhalten.

Das Angebot zur Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen wird - ebenfalls zu verbesserten Bedingungen - fortgeführt.

Antragstellung

Anträge im Rahmen der Eigentumsförderung sowie der allgemeinen sozialen Mietwohnraumförderung inklusive der Förderung von Haushalten mit besonderen Schwierigkeiten und zur Begründung von Miet- und Belegungsbindungen sind über die Wohnraumförderungsstellen bei der L-Bank zu einzureichen. Alle anderen Förderungen sind direkt bei der L-Bank zu beantragen.

Die Antragsformulare können mithilfe sogenannter Formularassistenten online oder in Papierform ausgefüllt werden und sind zusammen mit allen erforderlichen Unterlagen unterschrieben einzureichen. Die Antragsformulare und ausführliche Informationen finden sich auf der Homepage der L-Bank unter

www.l-bank.de/wohnen.

Im Einzelnen werden folgende Antragsformulare / Merkblätter zur Verfügung gestellt:

Neu ist, dass die Antragsteller nunmehr die Möglichkeit haben, bereits nach Eingang des vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Antrags bei der Wohnraumförderungsstelle auf eigenes Risiko mit dem Vorhaben zu beginnen; maßgeblich ist das Datum des Posteingangsstempels.

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